Ackern – bis zum Sonnenbrand

Saatgut-Tütchen

Es ist Sommer in Deutschland. Grund genug, sich mal richtig ausgiebig auf der Ackerparzelle zu tummeln. Das habe ich nun gestern getan. Um 10:30 Uhr war ich „draussen“. Meine Aufgabenstellungen lauteten:

1. Beikraut jäten

Puuuhhhh, der halte Acker ist voller Melde, Kamille, Hirtentäschel, Gundermann und Löwenzahn. Ein paar Disteljünglinge sind auch darunter. Das war gestern ein hartes Stück Arbeit, da einigermaßen Grundordnung zu schaffen – ohne dabei die keimenden Jungpflänzchen, die oft noch schwer zu unterscheiden sind, auszuzupfen.

2. Tomaten, Bohnen und Zuckererbsen mit Rankhilfen/ Haltestangen versehen

Ja, der Boden ist doch an einigen Stellen recht hart. Ich habe teil schwer gekämpft, um die Bambusstäbe tief genug in den Boden zu rammen, damit sie auch etwas aushalten und nicht gleich beim ersten Wind von dannen fliegen. Noch sind die Böhnchen im Keimstadium, doch schon bald werde ich Kordeln ziehen, damit sich die Jungpflanzen daran hochranken können.

3. Saatgut einbringen

Nachdem ich mir von meiner Gartenbaumeisterin Nermin das o.k. für das von mir erworbene Saatgut auf unserer Parzelle eingeholt hatte, habe ich gestern allerhand Dinge nachgesät:
– Rote Bete
– Borretsch
– Dicke Bohnen
– Kapuzinerkresse
– Basilikum
Ich bin sehr gespannt, was davon angehen und wie voll das Beet nun werden wird.

4. Eigene Setzlinge für Kohlrabi und Tomaten setzen

Aus Samen gezogen habe ich dieses Jahr Kürbisse (Hokkaido und Muskat), Chilisorten (Habanero, Schellenbergs Favourite, Orange Favourite und Nermins Sorte), Runde Zucchini, Rote Kohlrabi und San Marzano-Tomaten. Nach und nach wandern die Jünglinge jetzt von unserem überfüllten Balkon auf die Ackerparzelle. Was ich selber nicht brauchen kann, weil kein Platz mehr da ist, verschenke ich großzügig an Mit-Ackerhelden.

5. Wässern der jungen Kulturen wie Basilikum-Setzlinge

Es ist ganz schön trocken da draussen. Vor allem die obere Ackerkrume ist nun doch durch den ständigen Wind ziemlich ausgetrocknet. Um die noch kleinen Jungpfänzchen ausreichend zu versorgen, habe ich also gestern die Jungpflanzen vom Basilikum gegossen, den Bohnen etwas Wasser gegönnt, meinem Salat mit Wasser einen Wachstums-Kick gegeben und vor allem meine Mini-Kohlrabi sowie Tomaten-Setzlinge in feuchte Erde gesetzt. Damit sie eine Chance haben.

Ackerparzelle

6. Ernten…

Als Belohnung habe ich am Ende der Ackerzeit gegen 15 Uhr dann noch eine kleine ernte aus 6 Radieschen und einer Handvoll Jungspinat eingefahren. Zusammen mit dem Ruccola vom Vortag und einem vom FoodbloggerCamp übrig gebliebenen Büffelmozzarella sowie einem Löffel frischen Brennessel-Pestos gab das einen superleckeren Salat zum Abendessen.

7. Sonnenbrand

Ja, der Acker ist tückisch – denn durch den Wind dort merkt man die Sonne kaum, die einem auf Hirn und Haut brennt. nun habe ich auf dem Kopf ja ausreichend Haare – doch mein „Maurerdekolleté“ zwischen Hosenbund und unterem Rand meines Poloshirts war mir da wohl weniger bewusst. Jedenfalls wunderte ich mich am Abend, warum meine ansonsten sehr bequeme Hose dann da hinten am Rücken so kratze….und wußte beim Blick in den Spiegel schnell, warum: Auf 20 cm Breite und rund 6 cm Höhe hat sich dort ein veritabler Sonnenbrand eingenistet. Und auch meine Arme sehen jetzt ziemlich nach „Bauarbeiter“ aus…weiss unter den Ärmelchen und die Arme knackig rotbraun. Tja – auch das ich Feldarbeit 😉

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