1. Düsseldorfer FoodBloggerCamp 2017

Immermannstraße 50

Mein Erstes Mal….auf einem FoodbloggerCamp. Wie kam es dazu? Nun – letztes Jahr hatte ich bei Bettina Sturm davon gelesen, wie es wohl ist, Teil der Foodblogger-Community zu sein. Auf einem BarCamp. Auf dem es NUR ums Thema Essen geht. Ehrlich: ich habe den Bericht verschlungen und gespürt: DAS will ich auch mall erleben.

Ran ans Ticket für das 1. Düsseldorfer FoodbloggerCamp!

Also dann im Januar dieses Jahres die Ankündigung kam, dass es dieses Jahr auch ein FoodbloggerCamp in Düsseldorf geben solle, war ich angefixt. Am 01.02. sollte die Anmeldung freigeschaltet werden – und bei nur 60 Plätzen war mit einem ziemlichen RUN auf die Tickets zu rechnen. Ich hatte das für Reutlingen mitbekommen, wo beinahe in Sekundenschnelle alle Tickets in zwei Tranchen vom Markt waren. Also hatte ich vor, am 01.02. vor dem Rechner zu lauern und mir sofort eines zu sichern….

Mein persönlicher Trauerfall

Doch daraus sollte nichts werden. Genau an diesem Tag starb mein langjähriger und heiß geliebter Begleiter: Mein Kaninchenkerl „Herr Schnuffel“. SchnüffchenDa rutschte das Ding dem 1. Düsseldorfer FoodbloggerCamp ganz schnell in den Hintergrund….

Wartelistenplatz ergattert!

Letztendlich konnte ich dann doch noch über die Warteliste mit ins Geschehen rutschen und kann heute sagen: Ich bin sehr froh darüber. Denn inzwischen liegen zwei spannende Tage hinter mir.

Doch von vorne…

Ende April dann die Frage in der Facebook-Gruppe, wer denn eine Session – und mit welchem Thema – anbieten wolle…und was wir dafür benötigen würden. In Form von zu bestellenden Lebensmitteln. Weil ich eine Ravioli-Session anbieten wollte, da noch immer vielen Menschen hausgemachte Nudeln sehr aufwändig zu sein scheinen, fand ich mich also eines Abends grübelnderweise auf meinem Sofa wieder. Mein Job: Via Smartphone alle Feinheiten für meine Pasta-Planung zu organisieren. Und weil bis zum Schluss unklar war, ob es in der Kochschule eine gute Nudelmaschine gäbe, notierte ich in meinem Kleinhirn: Nudelmaschine mitnehmen!!! Das gute alte ATLAS-Maschinchen zum mitderHandkurbeln.

Der Samstag

Samstagmorgen, 06:30 Uhr – der Wecker schellt. Was? Wie?
Eine Stunde früher, als sonst unter der Woche? Wie grausam ist DAS denn?
Nun, zugegebenermaßen war ich in dem Moment des Klingelns etwas unwirsch, doch schwupps…nahm wieder die Vorfreude überhand. Also flugs in die Klamotten gesprungen, den vorher zusammengestellten Rollenkoffer mit Utensilien – vom Tablet über mein geschätztes Sketchbook, von der Schürze bis zur…Nudelmaschine. Ladekabel und Akkupack nicht zu vergessen…

Waterbottles mit Schildchen

Wunderschöne Wasserflaschen – ganz individuell

Schon bei der Ankunft in der Kochschule Düsseldorf fielen jedem von uns die wunderschön individuell beschilderten Wasserflaschen auf – eine einfach nur bezaubernde Idee eines Sponsors. Ab neun Uhr ging es am Samstagmorgen für die Teilnehmer mit einem liebevoll gedeckten Frühstücksbuffett los. Fast alles lief dabei perfekt – bis auf eine elend lange Schlange an der Kaffeemaschine…

Sorry, liebe Firma Miele, so sehr ich Euch für Wasch- und Spülgerät auch daheim schätze, doch Eure Edelmaschinen für den Wandeinbau sehen zwar schick aus, doch sie sind vieeeeeel zu langsam für eine Horde morgenmüder Foodblogger. Und eine Diva ist das Gerät dazu: Auf 12 Tassen Kaffee kam an diesem Morgen mindestens eine Fehlermeldung im Display:
– Brühgruppe reinigen
– entkalken
– Bohnen nachfüllen
– Wasser auffüllen
wir haben sie alle gesehen….innerhalb von nur 15 Minuten. Da gibt es echt Optimierungsbedarf.

Doch es sei auch gesagt: Der Kaffee war dann wenigstens superlecker. Dazu trugen sicher auch die Bohnen bei, die für das FoodbloggerCamp (#FBCD17) von Tchibo gesponsort waren und das perfekt gefilterte und energetisch aufbereitete Wasser aus dem Spezialhahn von Das gute Wasser.

Fast pünktlich um 10 Uhr starteten Jan Teofel von Jans Küchenleben und Annalena Hupsi von NummerFünfzehn dann die Begrüßungs- und Vorstellungsrunde. Wie immer stellte sich auch jeder Anwesende mit Namen, Blogname und drei Hashtags vor – das kenne ich von anderen Barcamps deutlich spritziger, doch der Morgenelan sprang noch nicht über. Nun waren allerdings auch jede Menge BarcampNewbies dabei, für die alles neu war und die teils auch eine längere Anreise hinter sich hatten. Zudem lief draußen vor dem großen Fenster der unweit des Hauptbahnhofs gelegenen Kochschule Düsseldorf ein ganz anderer Film: Japantag in Düsseldorf. Jede Menge Cosplayer in Mangaoutfits zogen die Blicke auf sich.

Programmplanung

Japantag in Düsseldorf

Im Anschluss dann die erste Sessionsplanung. Auch hier startete der Tag eher verhalten. Wo ich mit jeder Menge spannender Koch- und Backsessions gerechnet hatte, war Stille – es setzten sich eher Themen rund um Video, Pinterest und Instagram auf den Sessionsplan. Ausgerechnet die von mir dringend gewünschte Session zur Fermentierung landete dabei genau zeitgleich mit meiner Ravioli-Session. Diese war dann auch dringend willkommen, weil so für das gemeinsame Abendessen ein guter kulinarischer Beitrag zu erwarten war.

Im japanischen Supermarkt

1. Session: Japanischer Supermarkt

Mein Tag startete mit einer Session der etwas anderen Art: Ein Rundgang durch die in direkter Nachbarschaft gelegenen japanischen Geschäfte und einen Supermarkt. Da wäre mir eine Doppel-Session sehr lieb gewesen, die uns einen längeren Verbleib mit der höchst fachkundigen Katja Pogrzeba von katjakocht möglich gewesen. Bis zu den Frischeprodukten sind wir gar nicht mehr gekommen. Dabei hätte es da noch viel zu erkunden gegeben. Liebe Katja, bitte unbedingt beim nächsten Mal nochmal anbieten, ja???

2. Session: Smart Video

„5 gos von der Idee zum Smart Video“ mit Denise Blasczok von foodup war mein nächstes Thema – doch da dominierten ein paar iPhone-User das Terrain und mit Apple funktioniert ja bekanntlich alles perfekt…nun denn. Immerhin gab es ein paar gute Tool-Tipps von Denise in Sachen Aufnahme und Schneidprogramme – auch für Androiden (was sie auch selber nutzt ;-))

Bunte Cupcakes

In der Session von Sonja Frohberg von Burgherrinsblog gab es wundervoll verzierte CupCakes mit – passend zum Japantag – Pikatchu und Co.

 

 

Frischetest beim Fisch

3. Session: Fisch filetieren mit Frischeparadies

Danach durfte ich mich mit dem Frischeparadies um das Thema Frischfisch und sein Filetierung kümmern – sie hatten uns einen Traum von einem Wolfsbarsch mitgebracht…den der reizende FischfiletierTrainer Thomas bedauerlicherweise anschließend doch wieder mitnahm. Dennoch waren wir mit Fisch bestens gesegnet, denn wir hatten  20 Meerbrassen für den Frischegenuss und ein rundes Dutzend Lachsseiten.
Fisch beim filetieren

Danach gab es erst einmal…Mittagessen. Der liebreizende Miele-Tafelkünstler Marcus Schneider von cookingconcept, Haus- und Hofkoch der FoodbloggerCamps, hatte für uns unter Anderem zweierlei Kartoffelsalate (einer davon vegan), Fisch, jede Menge Dipps, Salate (durchaus auch vegan) und allerlei Leckereien vorbereitet, so dass niemand Hunger leiden musste. Auch wenn bis dahin keine einzige echte Kochsession stattgefunden hatte.

4. Session: Einmachen ohne Kühlschrank

Um 15:30 Uhr dann die nächste Sessions-Runde – diesmal mit Lee Greene von Acorninnovation mit ihrem Blog Foodunplugged, die uns rund ums Einmachen ohne Kühlschrank äußerst fachkundig und herzlich informierte. Jede Menge frisches Wissen rund um Bakterien und Haltbarmachung, um Säure und Salz. Sehr nützlich für jemanden wie mich -mit eigener Ackerparzelle…denn Zucchinischwemme und Kürbis-Kollaps kennt da wohl jeder.

Einmachgewürze

5. Session: Räucherforellen-Ricotta-Ravioli mit Wildkräuterpesto

Warenkorb Ravioli mit WildkräuterpestoUnd schon war es 17 Uhr und Zeit für meine Session. Issbaldfertig (mein Blog) hatte Hausgemachte Räucherforellen-Ricotta Ravioli mit Wildkräuterpesto im Gepäck, die mit einem frisch gezauberten Wildkräuterpesto. Die Wildkräuter für das eingeplante Pesto hatte ich am Abend vorher – bei strömendem Regen (!!!) – an mir bekannten Orten hundesicher und Chemiekeulen-unbehandelt eingesammelt. Einsatz für die gute Sache…

Wildkräuterpesto

Und das Thema schien zu interessieren, denn es standen eine Menge pastasüchtige Mitstreiter um den Küchentresen und bereiteten nacheinander Teig, Pesto und Füllung nach mitgebrachtem Rezept zu. Einige kümmerten sich um die Tomaten für die Deko und einige schauten ansonsten interessiert zu. Jede Menge fleißige Hände packten an, als es um das Ausrollen des Teiges (mein besonderer Dank gilt Frederik an der Kurbel!), die Füllung und das Ausstempeln der Ravioli ging. Für die Vegetarier wurden auch Ravioli ohne Fischanteil gefüllt, so dass es jeder probieren konnte – mit Ausnahme der Veganer, da wir den Pastateig ohnehin mit Ei zubereitet hatten.

Wildkräuterpesto-Ravioli auf dem teller

Dinnertime

Derweil hatte Markus schon wunderbar mitgedacht und uns einen riesigen Topf Wasser aufgesetzt, um die Ravioli zu kochen. Bis das kochte, habe ich halbierte Kirschtomaten mit Zwiebeln in Olivenöl geschmolzen und mit Frühlingszwiebelringen dekorativ vermischt – damit die Ravioli in Wildkräuterpesto auch optisch etwas zu bieten hatten.

Tomaten als Deko

Beim anschließenden Buffett konnte sich jeder an unterschiedlichsten Leckereien bedienen und die Pasta gingen weg, wie warme Semmeln.

Zeitnah nach dem Essen löste sich die Runde dann auch auf – der Tag war lang und einige wollten sich das Feuerwerk am Rhein keinesfalls entgehen lassen, welches untrennbar zum Japantag gehört.

————————————————————————————————

Der Sonntag

Sonntagmorgen dann wieder gemütliches gemeinsames Frühstück, eine zweite Sessionsplanung und schon ging es wieder los.

Heute bot ich zwei Sessions an: Eis machen und Redaktionsplan. Von denen das Thema Redaktionsplan am Ende dann allerdings doch ausfallen musste – einfach, weil ich sonst wieder die tolle Fermentierungs-Session von Friedrike verpasst hätte.

Pfeffersorten von Spiceforlife

Session 1: Eis machen

Tja, das mit dem Eismachen übe ich für Issbaldfertig selber erst seit rund vier Wochen – und dann konfrontierte mich Markus damit, dass wir wohl keine Sahne mehr für das geplante Tonkabohnen-Eis hätten. Aber reichlich Limetten und Basilikum. Solle ich doch damit zaubern….

Also flugs eine Rezeptidee aus dem Internet gefischt, inhaltlich etwas angepasst und dann….losgelegt. Schnell war der Plan klar: Basilikum-Limetten-Sorbet mit einem feinen Pfeffer (hatte eine bunte Auswahl von zu Hause mitgebracht) sollte es werden. Wir entschieden uns am Ende für den Sancho-Pfeffer von Spiceforlife. Wir pressten Limetten, mörserten Pfeffer, hackten Basilikum und zuckerten das Ganze. Ab in die Eismaschine damit. Und dann? Entdeckten wir noch ein Fläschchen Sahne und zauberten doch noch das Tonkabohnen-Eis hinterher  😉

Basilikum-Limetten-Sorbet und Tonkabohnen-Eis

Dieses Zahntropf-Foto hat die liebe @Cornelia Melcher mir für diesen Bericht samt Rezepten geschenkt…

Session 2: Foodpairing mit Kaffee

Danach rollte ich fleißig Ziegenkäsebällchen für die Foodpairing-Session von Denise Renée von Foodlovin und Jana Nörenberg von Nom-Noms Blog für Tchibo. Es gab ein köstliches Kaffeerisotto, zu dem die in Kaffee, Pfeffer und Schokolade gewälzten Bällchen serviert wurden. Ein spannendes Erlebnis.

Ziegenkäsebällchen auf Kaffeerisotto

Parallel dazu wurden bei bei Carmen Hillebrand von TanzaufderTomate Quiches gebacken, bei Ilona Börek gerollt und bei Katjakocht heute optisch genial schöne Onigirazu (japanische Sushi-Sandwiches) gezaubert. Nach dem äußerst opulenten Mittagessen, bei dem wir alles verkosten durften und anschließend durchweg vollsatt in den Stühlen hingen….und bei dem unsere Eissorten reißenden Absatz fanden.

Japanische Sandwiches
Lunchtime

Derweil kochte ich nebenbei noch aus „übrig gebliebenen“ TK-Erdbeeren und Himbeeren ein Beerenragout zum Milchreis vom Vortrag und zu Eis von heute. Dabei setzte ich den Orangen-Pfeffer von Lebensbaum ein, der dem ganzen ein superfrisches und leicht scharfes Aroma gab und welches ist mit etwas frischer Minze abrundete.

Ach – und einen herzlichen Gruß an die Teilnehmer des ersten #fbcr17: In unserem Goodiebag gab es übrigens  auch….G A L G A N T ! 😉

Session 3: Bildrechte am eigenen Foto nutzen

Danach lauschte ich Jan Teofel von Jans Küchenleben zum Thema Bildrechte und Geld verdienen mit  eigenen Bildern.

Session 4: Fermentieren

Als letzte Session vor dem Abschluss durfte ich endlich auch das Fermentieren von Gemüse live erproben. Das hat mir richtig Spaß gemacht, weil Friederike Iki Feil vom LebensenergieBlog es so herzlich präsentierte, wenngleich eine Teilnehmerin es ihr mit ihren leicht überspannt wirkenden Abneigungen alles andere als leicht machte. Wie haben mit Kraft und Leidenschaft gesalzen, geknetet und abgefüllt. Und jetzt? Muss ich über vier Wochen warten, bevor ich das Ergebnis probieren darf…

Abschlussrunde

Zum Schluss dann noch eine ausgiebige Dankesrunde an die Sponsoren, die uns auch mit wunderbaren Goodiebags beglückten. Als Zusatzluxus noch die Verlosung zweier Tchibo-Pakete mit je 2 Pfund Kaffee, einem Päckchen Blond Roast und einer FrenchPress-Kaffeekanne. Ich hatte das unglaubliche Glück, dank der von meiner Vorgewinnerin gewählten Zahl diesen zweiten Gewinn zu bekommen. Die von mir genannte Zahl machte meinen Pastakönig Frederick Schafmeister von EinfachNachschlagEN  ebenfalls zum Gewinner einer grünen Tüte, deren Inhalt ich nicht kenne 😉

DANKE!!!

Allen voran bei Jan Teofel und Annalena Hupsi für die tolle Orga und die liebevolle Betreuung.

Bei Marcus Schneider für beste Futter-Versorgung, ein wenig Rückenkraulen, vollen Einsatz und eine Menge Spaß.

Allen Sponsoren – ob Tchibo, wildcard, Lebensbaum,…für Zutaten, Engagement, Geld und gleich zwei dicke Goodie-Bags:

Geschenke für die Foodblogger

Danke an Sven Strenger und seiner Kochschule Düsseldorf für die Bereitstellung seiner schönen, geräumigen Kochschule in direktem Japan-Tag-Umfeld. Wir drücken die Daumen – Du weißt schon, wofür!

Dickes und oberallerherzliches Dankeschön seinem unfassbar fleißigen und extrem charmanten Team – Julia, Bianka und allen anderen zupackenden Händen, die zwei Tage lang für uns geräumt, gespült, geputzt und mit uns gelacht haben. Ihr seid phantastisch und habt in den zwei Tagen sicher alles mindestens fünfmal gereinigt!

Smutjes